Keine Agrarwende

Die EU hat sich abermals den Lobbyisten unterworfen. Nur die GRÜNEN und Teile der Sozialdemokraten haben dagegen gestimmt, dass weiterhin die großen Agrarkonzerne Subventionen der EU bekommen. Eine dringend notwendige Umstellung auf klima- und umweltschonende Agrarwirtschaft ist verhindert worden. Das schadet nicht nur in ökologischer Hinsicht, es schadet weiterhin auch den kleinen Höfen, vor allem den Familienbetrieben. So wie vor Jahren möglichst viele kleine “Tante Emma” Läden zum Aufgeben gezwungen wurden, so geschieht es jetzt auch in der Landwirtschaft. Die Politik nimmt das sehenden Auges hin. Die Lobby der Konzerne schreit jedesmal laut auf, wenn man der Landwirtschaft vorhält, dass sie zu ganz großen Teilen am Insektensterben Schuld ist oder die Nitratbelastung des Grundwassers von der Überdüngung abhängt. Es wird immer wieder von “Wirtschaftlichkeit” gefaselt, doch gemeint ist ausschließlich der Profit der Großen. Kleine Bauern kämpfen ums Überleben. Die Landwirtschaftsverbände hetzen die Betroffenen regelrecht auf, nicht gegen die Übermacht, sondern gegen die Störenfriede, die endlich eine faire Betrachtung einfordern. All’ die vielen Protestzüge mit Traktoren nutzen den Fake-News der Konzerne und leider lassen sich viel zu viele der Kleinbauern blenden. Vor allem die konservativen und marktliberalen Parteien unterstützen solche Entwicklungen – hoffen sie doch auf Zustimmung der Bauern. Die Gesamtbetrachtung, die für alle Menschen von entscheidender Bedeutung ist, die wird aus parteitaktischen Gründen ausgeblendet.

Lothar Winkelhoch

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