Militär oder Pazifismus?

Autor*innenpapier F. Lothar Winkelhoch, 12.3.2022

Friedensforschung oder Miliärausgaben ohne Ende?

Seit mehreren tausend Jahren führen wir Menschen Kriege gegeneinander. Man machte sich keine Mühe, diese Gemetzel zu begründen. Es wurde und wird von der Obrigkeit befohlen und basta. Nur vereinzelt gab es Stimmen, die zur Besinnung aufriefen.

Erst mit dem Beginn der Aufklärung machten sich breitere Schichten Gedanken über die „Notwendigkeit“ einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Schnell wurde von denen, die Macht besaßen, eine scheinbar geniale Begründung formuliert: „Dieser Krieg noch und dann herrscht für ewig Frieden!

Was folgte, waren immer neue Kriege, neues Elend, Mord und Armut – bis heute.

Es gibt weltweit einige seriöse Institute, die sich mit der Vermeidung von Konflikten beschäftigen, eines davon ist SIPRI in Stockholm. Man will versuchen, durch intelligentes Vorgehen einen Krieg gar nicht erst entstehen zu lassen, ihn durch vernünftiges Handeln und Gespräche schon im Vorfeld zu verhindern. Das wird nicht zu 100% gelingen, doch schon eine deutliche Verminderung ist unglaublich viel wert.

Für solche Forschungen werden in der Bundesrepublik etwa 0,04% dessen ausgegeben, was für militärische Zwecke zur Verfügung gestellt wird. Das ist in anderen Ländern genauso oder noch schlechter.

Warum erfolgt kein rigoroses Umdenken, hier bei uns und anderswo? Es macht keinen Sinn 100 Milliarden für militärische Zwecke auszugeben ohne  ebenbürtige Aufwendungen für die Friedens- und Konfliktforschung – ganz zu schweigen von den sozialen Notwendigkeiten in allen Gesellschaften.

Die Generationen nach 1945 haben in ihrem Leben keinen Krieg am eigenen Leib erlebt. Das heißt nicht, dass es keine Kriege gab: Korea, Vietnam, Nahost, Algerien, Libyen, Nord-Irland, Afghanistan und der Balkan – um nur einige zu erwähnen, die Liste ist viel länger. Wie viele Menschen haben Elend, Leid, Qual und Tod erlebt und erleiden das jetzt zu dieser Stunde? Überall auf der Welt.

Und uns fällt dazu nichts weiter ein, als die Militärausgaben drastisch zu erhöhen?

Ich bin kein Träumer und mir ist ganz klar, dass es immer Typen geben wird wie Putin, Assad, Bush, Trump, Brezhnev oder Milosevic und wie sie alle heißen… Ja, wir müssen sehr wohl in der Lage sein, uns dagegen zu wehren, auch militärisch. Anders geht es leider nicht. Aber es gilt nur, sich zu WEHREN, nicht weniger und vor allem nicht mehr.

Ist jemanden schon mal aufgefallen, dass es in aller Welt nur „Verteidigungs-“Ministerien gibt? Kein einziges „Angriffs“- Ministerium? Allein diese Tatsache zeigt schon auf, dass wir uns selbst belügen und belügen lassen.

Der Mensch sieht sich selbst als „Krone der Schöpfung“. Ist er das? Ist es nicht so, dass wir die gefährlichste Art von Lebewesen auf unserem Planeten sind? Wir wissen ganz genau, was unsere immer weiter entwickelten Kriegstechniken anrichten können. Die Zerstörung von Natur und Klima erkennen wir sehr präzise. Wir machen trotzdem weiter wie bisher – aus Gier, Macht- und Geltungssucht. Und mit den blödesten Ausreden.

Wir sind die einzige Spezies der Erde, die sich selber zugrunde richtet – sehenden Auges.

Wann fangen wir endlich damit an, diese verhängnisvolle Richtung zu verändern? Hier, jetzt und bei uns ganz persönlich?

1 Kommentar

  1. Simon Lissner

    Lakomy, Wir sind die Guten:
    “Die Existenz des Bösen ist der Freibrief für den Westen, sich die Welt untertan zu machen. Wir haben ihn uns praktischerweise selbst ausgestellt, weil wir die einzigen sind, denen wir diese Autorität zugestehen. So und nicht anders macht man Imperialismus. Mit diesem Selbstverständnis.

    Selbstverständlich ist es der Anspruch des Westens, die ganze Welt zum Guten zu bekehren, anstatt sich einfach nur ihre Ressourcen oder militärstrategisch günstige Inseln anzueignen. Letzteres tun wir nur so nebenbei.” https://www.berliner-zeitung.de/stil-individualitaet/krieg-im-feuilleton-li.222061

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