Pepe Mujica, ein Präsident für das Volk

Pepe Mujica By Roosewelt Pinheiro/ABr (Agencia Brasil [1]) [CC BY 3.0 br (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)], via Wikimedia CommonsPepe Mujica gilt als eine der charismatischsten politischen Persönlichkeiten Lateinamerikas wenn nicht gar der Welt. Sein bescheidener Lebensstil und sein unkonventionelles Auftreten im politischen Protokoll machen ihn glaubhaft für Jung und Alt, in Uruguay und international – nicht nur, weil er mit zehn Prozent seines Präsidentengehalts auskommt und den Rest an Projekte und NGOs spendet. Seine politischen Visionen erregen weltweites Aufsehen, sein charismatischer Pragmatismus ohne Verzicht auf die Utopie, das Beharren auf soziale Gerechtigkeit, zuletzt die spektakuläre Regulierung des Marihuana-Marktes als Maßnahme gegen die Drogenkriminalität.

Die Biografie Pepe Mujicas ist abenteuerlich: Gründungsmitglied der Stadtguerilla Movimiento de Liberación Nacional – Tupamaros in den 70er Jahren, Widerstand gegen die Militärdiktatur, Verhaftung, anschließend 14 Jahre in den berüchtigten Foltergefängnissen der Diktatur – zweimal konnte er fliehen, wurde aber wieder gefasst. 1985 Freilassung im Zuge der Amnestie nach dem Ende der Militärdiktatur, Bewirtschaftung eines kleinen Bauernhofs mit Blumenzucht gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Lucía Topolansky, Fortsetzung des politischen Engagements in der aus den Tupamaros hervorgegangenen Partei Movimiento de Participación Popular als Abgeordneter. Von 2005 bis 2008 ist Pepe Mujica Landwirtschaftsminister, 2009 wird er als Kandidat des Linksbündnisses Frente Amplio zum Präsidenten Uruguays gewählt. Eine erneute Kandidatur schloss er aus.

Er ist einer der ganz großen dieser Welt und durch sein Handeln zeigte er, was sozial und demokratisch bedeutet.

Uruguay war das erste Land weltweit, das den Anbau und Handel mit Marihuana erlaubt, um der Drogenmafia die Grundlagen zu entziehen. Uruguay war das erste Land in Lateinamerika, das die Abtreibung eraubte, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführte. Neben vielen anderen Projekten wurde außerdem das Bildungssystem reformiert.


 

Videos

Dokumentation – Pepe Mujica – Ein Präsident aus Uruguay ARTE – Ganzer Film

Über viele Jahre haben die Filmemacher den heute 81-jährigen Pepe Mujica immer wieder besucht und sein bewegtes Leben mit der Kamera begleitet. In persönlichen Begegnungen und Gesprächen auf seinem Bauernhof, den er immer noch mit seiner Gefährtin Lucía Topolansky bewirtschaftet, gewährt er einen lebendigen Einblick in seine außergewöhnlichen Überzeugungen und Visionen.

auf Arte

 

Ansprache José Pepe Mujica Rio 20 – Deutsche Untertitel

Staatspräsident von Uruguay zu Gast in der Friedrich Ebert Stiftung (2013)

 

Uruguay: Vorreiter in Lateinamerika? | Journal Interview Deutsche Welle (2014)


Presseartikel

Huffington Post (2014)
Uruguays Präsident José Mujica ist einfach cooler als andere Politiker

José “Pepe” Mujica praktiziert eine Politik frei nach dem kategorischen Imperativ: “Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.”

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Der Standard (März 2015)
Pepe Mujica: “Vielleicht bin ich ein wenig Anarchist”

Ohne Verbitterung zieht José “Pepe” Mujica Bilanz über ein Leben als Guerillakämpfer, politischer Häftling und als Staatspräsident von Uruguay. Devise: Hass macht blind.

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Frankfurte Allgemeine (Juni 2016)
José Mujica im Interview „Die Linke hat nicht verloren“

José Mujica war Blumenzüchter, Guerrillero, Gefangener und Präsident Uruguays. Inzwischen ist er 81 und eine politische Kultfigur. Ein Gespräch über die lateinamerikanische Linke, Marihuana und das Leben.

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Süddeutsche Zeitung (Juli 2016) – Interview
“Glück ist eben nicht das Gegenteil von Armut”

Als Präsident Uruguays wurde José Mujica zu einem Idol der lateinamerikanischen Linken. Im Interview spricht er darüber, was in Venezuela und Brasilien falsch läuft – und warum er die Deutschen für unglücklich hält.

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Global Voices
Worte aus der Welt von Uruguays Ex-Präsident, José ‘Pepe’ Mujica

“Wir sind die Ärmsten. Eine Definition die von Séneca kommt: “Arm ist, wer viel braucht.” Weil wer viel braucht, ist am ärmsten.”

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Zeit, 09.07.2016
Uruguay darf das Rauchen verbieten

Mit Verweis auf ein Freihandelsabkommen wollte ein Tabakkonzern Rauchverbote in Uruguay aushebeln. Uruguay hat gewonnen – und einen Präzedenzfall verhindert.

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